Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

    Als die Zehntscheune einstürzte (09.10.1933)

     

    Es war ein sonniger Oktobertag des Jahres 1933. Ich spielte mit anderen Kindern in unserem Hof. Da hörten wir plötzlich ein gewaltiges Krachen. Wir liefen gleich los in die Richtung, aus der wir den Krach gehört hatten. 

     

    Da kamen uns schon Leute entgegen, die sagten: "Der Bau ist eingestürzt." Wir waren auch gleich dort und sahen, was passiert war. Der ganze linke Flügel des in Hufeneisenform errichteten alten Gebäudes war in sich zusammengestürzt.

     

    Nur der Giebel vom "Neuen Bau", so heißt nämlich die Zehntscheune in Gössenheim heute noch, war von der Karlstadter Malzfabrik bemietet worden. Es sollen hier mehrere Tausend Zentner Gerste eingelagert gewesen sein.

     

    Wie nach dem Einsturz bekannt wurde, befand sich der Zimmermeister Raimund Weidlein kurz vor dem Unglück im Innern des Baues. Er sollte die Tragfähigkeit des alten Gebäudes untersuchen. Wahrscheinlich wollte man noch mehr Getreide einlagern.

     

    Als er aber ein starkes Knistern im Gebälk hörte, verließ er fluchtartig den Bau. Es war keine Sekunde zu früh. Man befürchtete zunächst, dass weitere Leute im Gebäude gewesen sein könnten, was aber zum Glück nicht der Fall war.

     

    Großes Glück hatte auch Johann Krug (Kunnelshannla). Als der nämlich seine Kühe an der Straße einspannen wollte, fielen beim Einsturz Steinbrocken auf die Deichsel des Wagens.

     

    Es wurde gleich mit dem Aufräumen begonnen, denn die Straße lag auch voller Trümmer und Dreck. Am Abend kam dann die Gemündener Feuerwehr mit einer langen Ausziehleiter, um den stehengebliebenen Giebel an der Straße untersuchen zu können.

     

    Emil Haas (geb. 1922)

     

     

     

    Einsturz Zehntscheune (neuer Bau)Einsturz Zehntscheune (neuer Bau)1