Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

    Mit ihren nur noch schwach erkennbaren Ecktürmen und den rundum laufenden Mauerbering war die HOMBURG zu der damaligen Zeit eine gewaltige, fast uneinnehmbare Verteidigungsbastion. Eine Annäherung an die eigentliche Ritterburg war durch die große Vorburg sehr gut abgeschirmt. Die beiden Brüder ADOLF zu ADOLFSBÜHL und REINHARD von HOMBURG, welche die beiden Burgen mit gegenseitigem Beistand erbaut hatten, schworen sich ebenso Waffenhilfe und Unterstützung in jeder Angelegenheit.

     

    Die beiden HOHENBERGER verfügten sogar über die hohe Gerichtsbarkeit und stellten ihren gemeinsamen Galgen zwischen ihren Burgen auf. Am Weg von Adelsberg nach Karsbach spricht heute noch das "Schreckfeld" von dem Standort der ehemaligen Gerichtsstätte. Mit JOBST von HOHENBERG erlosch auf ADOLFSBÜHL der Stamm der Adolf' schen Linie. Er starb im Jahre 1222 ohne männlichen Erben und hinterließ zwei Töchter, die den Schleier nahmen, um im Kloster Schönau als Nonnen zu leben. JOBST wurde auf seinen Wunsch daselbst auch beerdigt. Alle Besitzungen von ADOLFSBÜHL fielen somit an die Reinhard' sche Linie nach HOHENBURG. Der bekannteste dieser Stammfolge war DIETRICH von HOHENBURG, er war von 1223 - 1225 Fürstbischof von Würzburg.

     

    Die HOHENBERGER besaßen lange Zeit das Erbuntermarschallamt vom Hochstift Würzburg. Im Jahre 1383 endete auch die Reinhard' sche Linie auf der HOMBURG. Mit DIETRICH von HOHENBERG starb der letzte seines Stammes ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Seine einzige Tochter CHRISTINE heiratete KONRAD von BICKENBACH und so waren sie damit Alleinerben des gesamten Hohenberger Eigentums. Das Schloss seiner Väter war Burg Bickenbach (später hieß es das Alsbacher Schloss) an der herrlich anmutenden Bergstraße im Odenwald zu Fuße des mächtigen Melebokus gelegen. Zum Herrschaftsbereich gehörte auch die Klingenburg am mittleren Main.

     

    Die Zeit der Bickenbacher auf der HOMBURG dauerte etwa 100 Jahre, bis sie durch zunehmende Verschuldung mit dem Verkauf an das Hochstift Würzburg endgültig endete. Die im Laufe der Zeit aufgetretenen finanziellen Verhältnisse und sein kranker, nicht mehr erbfähiger Sohn mögen sicher KONRAD dazu bewogen haben, an einen Verkauf der umfangreichen Besitzungen zu denken. Um die Zukunft seiner Tochter und seines Sohnes zu sichern, wurde 1469 ein Verkaufsvertrag mit dem damaligen allgemein segensreich wirkenden Fürstbischof Scherenberg geschlossen. Darin heißt es unter anderem: Conrad, Herr von Bickenbach, und dessen Gemahlin Agnes verkaufen an das Hochstift Würzburg die Feste Hohenburg o. d. Wern mit allem Zubehör und Besitzungen usw. Die Burg war nun im Besitz des Hochstifts Würzburg.

     

    Sie wurde Sitz eines fürstbischöflichen Oberamtmannes und eines Amtskellers. Die einstige stolze Ritterburg war nunmehr Verwaltungssitz geworden. Den Bauernkrieg 1525 und auch die Wirren des 30jährigen Krieges von 1618 - 1648 scheint die HOMBURG schadlos überstanden zu haben. Im Jahre 1680 zerstörte jedoch ein verheerender, um sich greifender Brand, wahrscheinlich infolge Löschwassermangels, große Teile der Hauptburg. Die Vorburg mit der Kapelle und ihren ökonomischen Gebäuden blieben aber verschont. Der allgemein hin sich einstellenden, örtlich zunehmend schlechten Verhältnissen wegen wurde bald nach dem Brand die Amtskellerei nach Karsbach verlegt.

     

    Obwohl die Gebäude schon sehr zerfallen waren, wurde die Amtsgült noch um 1729 auf der Burg eingenommen. 1725 verfügte aber dann der Fürstbischof Franz Christoph von Hutten die endgültige Auflassung der Burg. 1732 verlegte der Amtskeller Mohr seinen Amtssitz in seinen neu errichtete Amtssitz Homburg nach Sachsenheim. Von hier wurde es nach der Säkularisation und der Neueingliederung des Freistaats Bayern in das Landgericht Gemünden umgewandelt und 1838 nach Gemünden überführt.

     

    Nachdem die Burg aufgelassen und zur Demolierung freigegeben wurde, ist davon auch in der Umgebung reichlich Gebrauch gemacht worden. In der Burgkapelle, die von der Zerstörung vorerst noch ausgenommen wurde, sind von dem Gössenheimer Pfarrer allerdings immer noch Gottesdienste abgehalten worden, zu dem an bestimmten Zeiten die ganze Gemeinde teilnehmen musste. 1780, nachdem der landwirtschaftliche Betrieb auf der Burg aufgelöst worden ist, wurde auch die Kapelle nicht mehr benutzt und zerfiel ebenfalls. Die HOMBURG hatte ein unrühmliches Ende gefunden. Im gleichen Jahr 1780 ist von der hochfürstlichen Hofkammer das Schloss mit allem Zubehör aufgeteilt und vererbt worden.

     

    Die Gemeinde Karsbach erhielt den Schlosshof mit dazugehörigen Feldern und Wiesen. Die Burg ging in das Eigentum der Gemeinde Gössenheim über. Zum Steinbruch für die umliegenden Ortschaften geworden, verfiel die einst so schöne, unbesiegt Jahrhunderte überdauernde HOMBURG und wurde bald zur Ruine. Dass aber die HOMBURG wenigstens noch als Ruine vorhanden ist, verdanken wir dem Regierungspräsidenten Graf von Luxburg, der die Burg auf einem Ausflug mit der ganzen Familie besuchte.

     

    Auf seine Veranlassung hin wurde darauf im Jahre 1901 jede Abfuhr von Steinen verboten. Die ganze Anlage wurde als historisches Denkmal dem staatlichen Heimatschutz unterstellt. Daher glauben wir und sind froh darüber, dass mit dem Homburg- und Denkmalschutzverein eine Einrichtung geschaffen wurde, die außer der Unterhaltung unseres Kulturdenkmals auch ein besseres Geschichtsbewusstsein entstehen lässt.

     

    Es muss zu unserer Verpflichtung gehören, die heimatlichen Kulturgüter zu erhalten und zu bewahren, damit sie so der Nachwelt besser überliefert werden können.

     

    Lassen Sie mich mit unserem Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe schließen, der schon 1799 sagte: "Alle Kunstwerke gehören als solche der gesamten gebildeten Menschheit und der Besitz derselben ist mit der Pflicht verbunden, Sorge für ihre Erhaltung zu tragen."

     

    40. Gründungsjubiläum des

    Homburg- und Denkmalschutzvereins

    am Sonntag, den 10. 09. 2000

    auf der Burgruine Homburg o. d. W.