Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

    Geschichte des Homburg- und Denkmalschutzvereins

     

     

    Im Jahre 1957 griff der Kreisjugendring Karlstadt mit seinem 1. Vorsitzenden Hans Beier das "Problem Ruine Homburg" nach einer Sitzung der Vollversammlung des Jugendringes auf und brachte es mit einer schriftlichen Eingabe beim ehemaligen Landkreis Gemünden zur Sprache. Kurze Zeit vorher hatte der Bezirksjugendring Unterfranken die praktische Heimatpflege zur Jahresarbeit der Jugendarbeit in Unterfranken erklärt.

     

    Der Kreisjugendring bat daher mit Nachdruck die Ruine Homburg nicht ganz verfallen zu lassen. Die Ruinenanlage befand sich damals in einem besorgniserregenden Zustand. Zwar hatte man in den 30 er Jahren bereits Renovierungsarbeiten unternommen. Doch in der Zwischenzeit war die Burg aber sich selbst und damit dem Verfall überlassen und preisgegeben. Es musste befürchtet werden, dass sie in absehbarer Zeit wegen erheblicher Gefahren für Besucher nicht mehr besichtigt werden konnte. Morsche Gewölbe, baufällige Mauern, überhängende Steine oder ähnliches stellten eine ernste Gefahr dar.

     

    Es war notwendig diese sicherheitsgefährdenden Zustände durch bauliche Maßnahmen oder aber auch durch Absperrungen zu beseitigen. Auf die Initiative des Kreisjugendringes hin nahm sich Landrat Dr. Bamberg der Ruine an und beantragte beim Landesamt für Denkmalpflege die "Instandsetzung" der Burganlage Es ließ durch den Kreisbaumeister einen Kostenvoranschlag für die dringensten Arbeiten erstellen. Er ermittelte einen Finanzierungsbedarf von rund 12.000,-- DM.

     

    Er teilte dem Amt auch mit, das die Besitzer der Homburg, die Gemeinden Gössenheim und Karsbach nicht in der Lage seien sich finanziell beteiligen zu können. Das Landesamt f. Denkmalpflege wurde nach dem Antrag des Landratsamtes tätig und schlug aber in seiner Stellungnahme vom 26.11.1958 an die Regierung von Unterfranken vor zu erwägen, "ob man die Ruine einem geeigneten Verwendungszweck zuführen und die Instandsetzung mit Hilfe aller zuständigen Stellen unter konkreten Finanzierungsvorschlägen durchführen kann.

     

    Dies wäre allerdings wohl nur möglich, wenn man den geeigneten Ruinenteil soweit wieder aufbauen würde, dass er als Jugendherberge oder Gasthaus zu verwenden ist. Dies hätte auch den Vorzug einer ständigen Beaufsichtigung für sich." Es selbst könne sähe sich wegen seiner geringen im zur Verfügung stehenden Mittel nicht in der Lage einen Zuschuss befürworten zu können. Im Dezember 1958 erkundigte sich der Kreisjugendring beim Landkreis über den Stand der Dinge beim Landratsamt. Es bat sich nochmals nachdrücklich beim Landesamt f. Denkmalpflege einzusetzen.

     

    Sollte sich nichts neues ergeben, wolle die Erhaltung der Homburg zum Gegenstand einer Beratung des Bezirksjugendringes machen. Er hoffe, dass eine Lösung des Problems vielleicht wenigstens durch die Erhaltung der Kapelle möglich sein wird. Ihre Auffassung, die Ruine einem Verwendungszweck zuzuführen und die Instandsetzung mit Hilfe aller zuständigen Stellung unter konkreten Finanzierungsvorschlägen durchführen zu wollen, teilte die Regierung von Unterfranken dem Landesamt für Denkmalpflege in ihrem Schreiben vom 22. 12. 1958 mit. "Die Abgelegenheit der Burg und ihr ruinöser Bauzustand ließe, den Vorschlag des Landesamtes, für sie eine praktische Verwendung zu finden, kaum realisierbar erscheinen.

     

    So braucht auch eine Jugendherberge von heute gute Anfahrt für Motorfahrzeuge und moderne sanitäre Anlagen. Schon das ist im Falle "Homburg" nur unter Einsatz großer Mittel zu erreichen. Wer soll oder kann aber diese Mittel bei relativ zu hohem Risiko aufbringen?. Andererseits sollte die große und eindrucksvolle Anlage - eine der bedeutendsten im Regierungsbezirk - besichtigungsfähig , d. h. Gefahren für die Besucher durch überhängenden Steine, morsche Gewölbe oder ähnliches müssen entweder durch bauliche Maßnahmen oder geeignete Teilabsperrungen ausgeschaltet werden. Nach Auffassung der Regierung hat der Kreisbaumeister Recht, der diese Absicht verwirklichen will.

     

    Sicher lässt sich auch mit kleineren Beträgen als 12.000,-- DM ein Teilerfolg erreichen. Das Landesamt hätte ohne Zweifel einen Zuschuss zu leisten, da es sich hier um eine interessante und gut ablesbare mittelalterliche Befestigung handelt, die kulturhistorischen Wert besitzt." In der Zwischenzeit war der Kreisjugendring Karlstadt weiter rührig und hatte die Angelegenheit dem Bezirksjugendring Unterfranken vorgetragen. Dieser teilte dem Kreisjugendring am 23.02.1959 mit, dass der zuständige Ausschuss des Bezirkes Unterfranken sich in Kürze mit der Burgruine befassen werde.

     

    Da die Bemühungen, die Ruine Homburg irgendwelchen Jugendorganisationen zuzuführen ergebnislos blieben, andererseits aber wegen der bestehenden akuten Gefährdungen der die Anlage besuchenden Öffentlichkeit Maßnahmen zur Sicherung unbedingt erforderlich waren, bat Landeskonservator Dr. A. Horn vom Landesamt für Denkmalpflege das Landratsamt am 3.07.1959 um eine Ortsbegehung zur Feststellung der notwendigsten Arbeiten und um "Erstellung von Kostenangeboten, bzw. Berechnungen." Im Oktober 1959 sprach Bundestagabgeordnete Dr. Maria Probst bei Landrat Dr. Bamberg vor und bot ihre Unterstützung an. Sie bat um Auskunft über den Stand der Dinge.

     

    In Beantwortung ihrer Anfrage sandte Landrat Dr. Bamberger die Zusammenstellung einer Artikelfolge , die auf seine Veranlassung hin in der örtlichen Tagespresse erschienen war und mit der auf den schlechten baulichen Zustand der Ruine in der Öffentlichkeit hingewiesen worden war. Auch den Bayerischen Rundfunk, so der Landrat an die Bundestagsabgeordnete, in mehreren Reportagen im gleichen Sinne mit der Homburg befasst. Er übermittelte ihr gleichzeitig einen Aufruf, der erneut in der Tagespresse erscheinen sollte. "Es scheint mir", so schrieb er damals nach Bonn, " eine Notwendigkeit zu sein, zur ständigen Betreuung (der Homburg) einen Kreis von Idealisten zu sammeln, der das Vermächtnis unserer Väter im Auge behalten und hierfür auch finanzielle Opfer zu bringen bereit sind."

     

    Eine Einladung zur Besichtigung der Homburg zusammen mit dem LFD, der Reg.v.Unterfranken und den Heimatpflegern folgte. An seine Landkreisbevölkerung richtete der Landrat folgenden Aufruf: Die Unterzeichner: Landrat Dr. Bamberg, Regierungsrat Sauerwein, Medizinalrat Dr. Ewald, Bürgermeister Dr. Büchner Gemünden, stellv. Landrat Graml, den Bürgermeistern Volpert (Karsbach) und Försch (Gössenheim), Dekan Riedmann (Wolfsmünster), Schulrat Falgner (Lohr-Gemünden), Berufsschuldirektor Happ, Mittelschuldirektor Ziegler, Amtsgrichtsrat Dr. Gengler, Oberbahnrat Sütterlin, von den Pfarrern Lang, Wilken und Müller, Dipl.-Volkswirt Becker (Leiter der Volksbank) und Amtmann Raithel (Leiter der Kreissparkasse).

     

    Der Aufruf zur Unterstützung und Mitgliedschaft im Verein erging auch an alle Gemeinden des Landkreises mit der Aufforderung das Werk nach "freiem Ermessen" oder mit einem Jahresbeitrag zu fördern. Zur Mitgliedschaft aufgerufen waren aber auch alle "Vereine und Gesellschaften". Die Schulklassen im Kreis sollten Klassenmitgliedschaften anmelden und jährlich einmal, z.B. anlässlich einer heimatgeschichtlichen Wanderung auf die Homburg, von jedem Schüler einen kleinen Beitrag einsammeln und an den Verein abzuführen. Aufgerufen waren aber auch Firmen, Betriebe und Unternehmen des Landkreises Geld der "guten Sache" zur Verfügung zu stellen.