Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

    Etwas Historisches!

     

    EselsbrunnenEselsbrunnen

     

    Die Entstehung des Eselsbrunnen östlich des Eselswasen ist derzeit geschichtlich nicht nachweisbar. Man vermutet seine Quellfassung um ca. 1600, weiß aber nicht, warum er gebaut wurde. Zuvor wurde das Trinkwasser aus dem Kuhbach entnommen und mit Pferden zur Hohenburg (später Homburg) in die Zisternenbrunnen (zu harter Kalkfels für Tiefbrunnen) der Burg transportiert. Der Amtmann Trockau schrieb am 26. 04. 1525 an den Würzburger Marschall, dass das Wasser auf der Burg knapp wird und die Pferdereiter beim Wasserschöpfen am Kuhbach Angst vor aufständischen Bauern haben. Über den Transportweg der Pferde und den Grund des Wechsels um 1600 auf Esel, fanden sich bisher keine Aufzeichnungen.

     

    Der Brunnenname entstand durch die neue Art des Wassertransportes, weil Esel gefüllte Behälter mit diesem Wasser hoch zum Amtssitz der Homburg tragen mussten. Nach einem Brand im Herrenhaus der Homburg (Hauptgebäude) am 23. 01. 1680, geriet die stolze Burg allmählich in Verfall. Der letzte Amtskeller der Burg, Amtmann Mohr, verlegte 1732 den Sitz der Amtskellerei in das seit 1731 neugebaute Landgericht Sachsenheim. Die Nutzung des Brunnens für das Trinkwasser der Burg endete so nach rund 130 Jahren und erfrischt heute noch die müden Wanderer.

     

    Von hier führte der ursprüngliche Eselsweg hinter die Bergmühle, unterhalb der früheren burgeigenen Weinberge bis zum westlichen Bergrücken und entlang der letzten Weinberge über die Hohe Setz hinauf zur Südpforte der Homburg. Durch Verfall des Weges wurde dieser irgendwann aufgegeben. Ein neuer Eselsweg entstand (nach rechts hoch durch das Herrenhölzl /„Herrnhölzle“, links hoch über die Brunnleite, den Ostrand des damals total bewuchslosen Hanges „Kahl“ oder „Schüüd“ des Setzberges, zum Osttor der Homburg).

     

     

    Der gestohlene Berg (von Emil Haas, Jahrgang 1922)

     

    Im Ölgrund, östlich der Homburg, auf Aschfelder Seite, liegt der Ölberg (Flurgemarkungen Hellenroth und Ellern). Hier grenzen die drei Gemarkungen Gössenheim, Karsbach und Aschfeld aneinander.

     

    Um diesen bewaldeten Bergrücken gab es in früheren Zeiten über die Eigentumsverhältnisse zwischen den Gemeinden Gössenheim und Aschfeld einige Auseinandersetzungen. Als nämlich die Besitzungen der Homburg (gerichtlich) aufgeteilt wurden (im Jahr 1780 – „hochfürstliche Hofkammer durch Hofkammer-Rath Goldmeier“), fiel der Ölberg der Gemeinde Aschfeld (jetzt Eußenheim) zu, obwohl ihn beide Gemeinden schon länger beanspruchten.

     

    Die Aschfelder behaupteten, sie hätten die Auflage bekommen, jeden Samstag zum Gedenken der verstorbenen Homburgbewohner eine Glocke zu läuten. Die Gössenheimer wären dazu nicht bereit gewesen. Die Gössenheimer meinten aber, dass jene nur durch einen faulen Trick in den Besitz des Berges gekommen sind.

     

    Der Aschfelder Bürgermeister habe sich einen Schöpfer aus der Küche unter seinen Hut gesteckt und in seine Schuhe Aschfelder Erde gefüllt. Bei einem Ortstermin habe er dann geschworen (vor der Hofkammer): „So wahr der Schöpfer über mir ist, stehe ich auf Aschfelder Boden.“ Was daran wahr ist, kann heute nicht mehr festgestellt werden, aber im Volksmund heißt er (Ölberg) immer noch „der gestohlene Berg“.

     

     

  • Die Mutter Gottes hatte geholfen
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    Man schreibt das Jahr 1899. Es ist Erntezeit. Die vollbeladenen Erntewagen fahren dem Dorf zu. So war auch mein Großvater Nicolaus Herrmann, damals Bürgermeister der Gemeinde Gössenheim, mit seinem Kuhgespann mit einer Fuhre Getreide unterwegs. Bei ihm seine hochschwangere Frau Susanne, meine Großmutter.

     

    Einige hundert Meter vor den ersten Häusern ereignete sich ein Unglück. In einer Wegegabelung geriet der Wagen in den Graben und kippte um. Meine Großmutter, die die Bremse bediente, konnte sich nicht mehr retten und geriet unter die Fuhre.

     

    In seiner großen Not betete mein Großvater zur Gottesmutter und gelobte: „Wenn meine Frau das Unglück heil und gesund übersteht, werde ich an dieser Stelle eine Grotte bauen“. Und siehe – das Wunder geschah. Fast unverletzt konnte meine Großmutter aus ihrer Zwangslage befreit werden. Nur wenige Wochen später, am 30. August, brachte sie einen gesunden Knaben zur Welt. Der Knabe wurde später mein Vater August.

     

    Mein Großvater hielt sich an sein Versprechen und ließ eine Grotte errichten. Der Stein, aus dem die Marien-Statue gemeißelt wurde, kam aus Lourdes. So erinnert auch heute, über 100 Jahre später, die Grotte an das Versprechen meines Großvaters. Durch die Bebauung der letzten Jahre ist die Grotte ein Stück in das Dorf gerückt. Sie wird heute noch von den Anwohnern gepflegt und liebevoll mit Blumen geschmückt. Fast das ganze Jahr entzünden Gläubige dort Kerzen und verweilen zu einem stillen Gebet. Auch Maiandachten werden immer wieder an der Grotte gehalten.

     

    (Quelle: Niederschrift des Emil Haas, Jahrgang 1922, für den Landwirt Alois Herrmann, Jahrgang 1931)

     

     

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