Gemeinde Gössenheim und Sachsenheim mit Wappen



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© 2016 Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 

Das Melchiorkreuz in Karsbach

 

Mitten in Karsbach, nahe der Brücke über den Kuhbach, steht ein kleines Steinkreuz. Auf dessen Vorderseite steht: „Karsbach 1656“. Auf der Rückseite kann man folgendes lesen: „Anno 1645 den 17. Marti, starb der ehrsame Melchior Feser (aus Gössenheim); dieser und alle Selen Gott genedig sein.“

 

Im Ort erzählt man folgende Geschichte über den Ursprung dieses Bildstocks:

 

An einem schönen Tag, vor mehr als drei Jahrhunderten, fuhr die Postkutsche (aus Gössenheim) ihren üblichen Weg von Dorf zu Dorf. In ihr saß ein Mann namens Melchior Feser. Auf einem steilen Weg kam sie plötzlich ins Wanken und stürzte um. Postilion und Reisende wurden unter ihr begraben. Doch Postillion Melchior Feser konnte unter der Kutsche hervorkriechen und sich ins nächstgelegene Dorf, Karsbach, schleppen. Dort wurde er sofort verarztet und blieb am Leben. Für die anderen Verunglückten kam jede Hilfe zu spät.

 

Nach dem Tod von Melchior Feser wurde, entsprechend seinem letzten Wunsch, ein Kreuz an der Unglücksstelle aufgerichtet. Es sollte daran erinnern, dass er hier dem Tod schon einmal in die Augen gesehen hatte, ihm aber nur das eine Mal entkommen konnte (11 Jahre vor seinem Tod).

 

(von Herbert Klüpfel aus Karsbach)

 

 

 

Der Reichtum des Andreas Mohr

 

Weil man sich in Sachsenheim und Gössenheim nicht klar war, wie der Amtskeller Andreas Mohr die vier Häuser in Sachsenheim baute (Landgericht mit Wohnhaus und weitläufigem Garten sowie gerichtlichen Betriebs- und Nebengebäuden, Beamtenwohnhaus am Westrand des vorgenannten Garten – heute noch stehend in der Wernfelder Straße 13 in Sachsenheim, Kirche St. Hubertus, Mühle mit Zehntscheune und Keller), wird erzählt, er habe in Wernfeld, am sogenannten „Zwing“ (ehemaliges Zollhaus), ein Fässchen Gold und Silber entdeckt – in Geldmünzen versteht sich. Mit diesem Fund habe er die Gebäude finanziert.

 

(im Jahr 1931 von Ortspfarrer Josef Kleinschrod aus Gössenheim)

 

 

 

Der Schatz auf der Burg

 

Am Fuße der Homburg steht die Bergmühle. Die Kinder des Müllers liebten es, in den Ruinen der Burg zu spielen (nach 1780). So kamen sie eines Tages in ein Kellergewölbe. Darin fanden sie eine Truhe, auf der ein schwarzer Hund saß. Auf Zuruf der furchtlosen Kinder sprang das Tier ab und verschwand.

 

In der Truhe selbst fanden sie Kartoffelreste. Sie füllten ihre Schürzen und Taschen damit und nahmen so viel nach Hause mit, wie sie nur tragen konnten. Daheim angekommen, wurde alles zu Gold. Die Truhe ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. 

 

(Überlieferung der verstorbenen Auguste (Gusti) Habermann aus Gössenheim)

 

 

 

Die arme Marianne und die diebische Schlange

 

Von alters her wohnte im letzten Häuschen der Mühlgasse in Gössenheim (genaue Lage unbekannt) eine arme Witwe mit ihrer kleinen Tochter Marianne. Der Vater war beim Holzfällen tödlich verunglückt. Die Mutter musste sich mit Arbeit bei den Bauern kümmerlich durchs Leben schlagen. Groß war die Freude, als ihr eine mitleidige Tante eine Geiß schenkte.

 

Jetzt konnte Marianne Milch trinken und rote Backen bekommen. Täglich gab ihr die Mutter eine Schüssel mit Milch und Brot. Auf die Bank im Hausgärtchen wurde sie gestellt. Da konnte das Kinde die Geiß hüten, essen und trinken, wann es Lust hatte. Die Kleine gedieh prächtig.

 

Bald gewahrte die besorgte Mutter, Marianne wird schmäler und blasser. Dabei war täglich der Milchnapf leer gegessen. Sollte das Kind krank sein? Eines Tages kam die Mutter früher nach Hause und sie schaute in den Garten. Marianne saß auf dem Boden, vor ihr eine meterlange Schlange, die den Milchnapf leer schlürfte. Das Kind schrie weinend das Reptil an: Friss nicht lauter Brüh, friss auch die Brocken, immer frisst du die Milch, aber ich krieg keinen Tropfen mehr.“

 

Ruhig schleckte die Schlange die Milch ganz aus, dann verschwand sie durch ein Loch der Gartenmauer. Schnell eilte die Mutter herbei und verschloss mit einem großen Stein das Loch. „So, jetzt kann die böse Schlange dir die Milch nicht mehr wegnaschen.“ Bald blühten die roten Backen von Marianne wieder auf. 

 

(Überlieferung der verstorbenen Auguste (Gusti) Habermann aus Gössenheim)

 

 

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